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andré puchta
 
 
 

Gerangel beim Presseball: Von Großfleischern und Busenwitwen

Weltenbummler Klaus Beer lehrte mir den Wahnsinn und ermöglichte den Einblick in für mich damals fremde Welten und Branchen. Nach unserem Kennenlernen im Februar 2001 (zum Blog-Artikel) entwickelte sich eine einzigartige Freundschaft, zwischen die bis heute kein Blatt Papier passt.

Am 13. Februar 2004 begleitete ich Klaus und einen mit ihm befreundeten Fotografen zum Berliner Presseball ins Ritz-Carlton, eines der neuesten und luxuriösesten Hotels der Hauptstadt. Es herrschte Smoking-Pflicht und mangels Ausrüstung eilte ich wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung zum Verleiher nach Charlottenburg.

 
 

Foto: Privat

 
 

Eine marmorne Treppe, welche von Models in russischen Trachten gesäumt wurde, führte die 1.300 geladenen Gäste zum Ballsaal in der ersten Etage. Das nagelneue Tanzparkett wies jedoch technische Mängel auf. Es löste sich aus der Verschraubung und wurde während der Ballnacht notdürftig mit Klebeband fixiert.

Alles, was in Berlin Rang und Namen hatte, schritt an den Kameras der Berichterstatter vorbei. Dabei konnte man den Prominentheitsgrad sofort am Stakkado der Blitzlichter erkennen. Altbundespräsident Walter Scheel und Busenwitwe Tatjana Gsell waren die Stars des Abends.

Unser Hauptinteresse aber galt weniger den betuchten Großfleischern und Charity-Ladys, sondern vielmehr der Moderatorin der Veranstaltung, Barbara Schöneberger. Diese wurde von Klaus in das multikulturelle und völkerverbindende Friedensprojekt Signs of Fame Germany' aufgenommen.

Seit einer Tour durch die Wüste Tunesiens im Jahr 1976 wohnt in Klaus Beer das sprichwörtliche Fernweh. Er schuf in seiner Heimatstadt den Fernwehpark, in dem man mit Blick auf Ortsschilder aus der ganzen Welt optisch, gedanklich und emotional, im Kopfkino sozusagen, eine Weltreise antritt.

Unter den Schildern aus aller Welt sollen Menschen aller Welt ein Zeichen setzen für den Frieden in der Welt, egal welcher Hautfarbe, Religion oder politischen Weltanschauung. Dem Projekt integriert ist der 'Signs of Fame', Schildergrüße von Prominenten, die mit ihrem ganz persönlichen Schild und ihren Handabdrücken in Ton wie in Hollywood für ihre Erfolge in den Genres Musik, Film, TV, Bühne oder Sport geehrt werden.

Ein Heer von Fotograf*innen versuchte einen Blick auf die feierliche Aufnahme zu erhaschen, während Klaus höchst motiviert und sichtlich stolz das Prozedere erklärte. Ein Mahagonitisch mit Glasplatte wurde auf die Bühne gestellt, auf dem eine Form mit Spezialton die Handabdrücke ankündigte.

 
 

Berlin | 13. Februar 2004: Sophie von Wachenheim, Botschafterin der Sektkellerei Schloss Wachenheim

 
 

Ich hatte die Rechnung jedoch ohne den mit uns angereisten Fotografen PeterK aus heimischen Gefilden gemacht. Dieser verteidigte jeden Millimeter seines mühsam ergatterten Platzes in der ersten Blitzlichter-Reihe und wurde zunehmend ungehaltener.

Nun lag es mir fern, als Society-Laie und zu dieser Zeit ungeübter Presseball-Gast in die aufgeheizte Stimmung einzugreifen, doch vergingen nur Sekunden, ehe das erste Objektiv durch die Luft flog und 'unser Mann' am Auslöser ein handfestes Gerangel anzettelte, das in wüsten Beschimpfungen verschiedenster Beteiligter und einer blutenden Lippe gipfelte. Was schämte ich mich fremd für diese Aktion.

Barbara Schöneberger ahnte, dass sie an diesem Abend noch nicht in den Balltrubel entlassen wurde. Zwar musste sie zur nächsten Anmoderation bald wieder auf die Bühne, doch zuvor 'entführte' sie Klaus für eine Unterschrift auf der Kühlerhaube zum 'Starmobil' in die verwinkelte Tiefgarage des Ritz-Carlton. Typisch Klaus: Er vergaß den exakten Standort seines Autos und hetzte den charmanten Ehrengast im Abendkleid und tiefem Dekolleté durch den kalten Kellerkomplex.

Der erzielte Überschuss des Abends in Höhe von 60.000 Euro wurde vom Sozialfonds des Deutschen Journalisten-Verbandes übrigens für karitative Zwecke und die journalistische Weiterbildung verwendet.

Du hast Fragen, Wünsche, Anregungen oder konstruktive Kritik? Dann schreib mir eine E-Mail.

 
 
 
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