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andré puchta
 
 
 

Im Gespräch: Christian Dienst (Bundeswehr)

Im Gespräch mit Kapitän zur See Christian Dienst, Kommandeur des Zentrums Informationsarbeit der Bundeswehr (Presse-, Öffentlichkeits- und Medienarbeit), über die Herausforderungen der täglichen Kommunikation und die Begeisterung für den Job.

Herr Kapitän: Was macht ein Kommandeur bei der Bundeswehr und welche Bereiche gestalten Sie und Ihr Team?

„Ein Kommandeur kommandiert – rum. Und er ist der Chef für alle, die sich gerne rumkommandieren lassen. Und in dieser Rolle ist er heutzutage eher Chief Mediator und Chief Facilitator. Aber wenn es hart auf hart kommt, muss er eben auch kurz und bündig sagen, wo es langzugehen hat – immer zum Wohle der gemeinsamen Sache, der Bundeswehr und ihrer Menschen.

 
 

Foto: Heer / Dana Kazda

 
 

Meine knapp 230 Soldat*innen und zivile Mitarbeiter*innen, je zur Hälfte in Strausberg und in Berlin, bilden das Kompetenzzentrum der Informationsarbeit der Bundeswehr. Wir trainieren alle Informationsarbeiter in unserer Akademie, wir produzieren alle Medienkanäle der Bundeswehr in unserer Redaktion, wir konzipieren Informationsarbeit in unserer Weiterentwicklung und integrieren Bundeswehr und Gesellschaft über unsere sicherheitspolitischen Multiplikatoren-Seminare.“

Welche persönlichen Eigenschaften sind für diese Position besonders wichtig?

„Zuhören können, aus Visionen konkrete Vorstellungen ableiten können, überzeugen können, einfach mal machen können, die eigene Rolle wichtig zu nehmen, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen, keine Angst vor möglichen Niederlagen zu haben und zu wissen, dass auf Regen immer wieder Sonnenschein folgt.“

Was lieben Sie am meisten an Ihrem Job? Wann kommen Sie ins Schwitzen?

„Ich schätze es, mit vielen verschiedenen Menschen im wahren Leben und an der Realität bei großen gestalterischen Freiheitsgraden arbeiten zu dürfen. Schwitzen? In meinem (Dienst)Alter eigentlich nur noch, wenn die Sonne in mein Büro ballert; ich habe keine Klimaanlage.“

Wie würden Sie heute vorgehen, um erfolgreich in Ihrem Beruf Fuß zu fassen und wie hoch schätzen Sie die Chancen für Quereinsteiger ein?

„Beruf Offizier oder Beruf Medienschaffender? Als Offizier war ich zum Beispiel Hubschrauberpilot und auch Kommandant eines Schnellbootes der Marine, das kann man – heutzutage auch Frau – nur machen, wenn mit jungen Jahren der reguläre Einstieg über die Offizierlaufbahn gelingt. Und als Offizier bin ich wiederum durch einen Zufall seit 15 Jahren Quereinsteiger in der Medienwelt.

Ich habe immer auf meinen Bauch gehört, war mit dem Herzen bei der Sache und habe oft bewusst den Verstand ausgeblendet. So war ich letztendlich erfolgreich. Ein genereller Rat meinerseits wäre, möglichst oft dem eigenen Interesse zu folgen, auch wenn andere Wege vielleicht eine steilere oder schnellere Karriere vermuten lassen würden. Das Schönste ist, für das zu Brennen, was man macht, ohne sich selbst dabei auszubeuten.“

Wie sieht für Sie ganz persönlich der perfekte Kommunikator aus? Was zeichnet sie oder ihn aus?

„Verbindlichkeit, Augenhöhe, immer nur so viel zu erzählen, wie man selbst zuhören kann oder möchte, Menschen zu mögen, sich für Andere zu interessieren, und immer vor Augen und Ohren zu haben, dass den Sinngehalt meiner Nachricht letztendlich der Empfänger, also die oder der gegenüber, bestimmt.“

Müssten Sie den Gegenüber in einem Satz für den Bereich Kommunikation begeistern, wie würde dieser ausfallen?

„Kommunikation ist das Scharnier der Gesellschaft, ohne Kommunikation fällt sie auseinander.“

Das Gespräch führte André Puchta.

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