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andré puchta
 
 
 

Kettensäge trifft Provinzparty

Ein wilder Haufen bunt gemischter Gäste, eine Partylocation mitten in der Pampa, Security am Gartentor und einige Überraschungsgäste: Meine 'Abschiedsparty' in heimischen Gefilden sollte im Juli 2002 für reichlich Chaos sorgen.

Das Entsetzen über die immer länger werdende Gästeliste war meiner Mutter ins Gesicht geschrieben. Unser Garten umfasste zwar ausreichend Platz, doch die Temperaturen hingen für einen Sommermonat im Keller und das extra angemietete Partyzelt drohte, aus allen Nähten zu platzen.

 
 

Foto: Manuel Ortega am 6. Juli 2002 in Zell im Fichtelgebirge.

 
 

120 Nachbarn, Freunde und Arbeitskolleg*innen zählten zur Zunft der Feierwütigen. Auch Österreichs zu diesem Zeitpunkt gefragtester Popsänger Manuel Ortega hatte sich über das Management angekündigt. Dass er tatsächlich aus Wien ins 561 km entfernte Oberfranken zu einer privaten Grillfeier anreist, glaubte kaum einer, noch dazu kannten wir uns nicht mal persönlich.

Manuel vertrat Österreich beim Eurovision Song Contest 2002 und wurde über Nacht buchstäblich einem Millionenpublikum in ganz Europa bekannt. Von der estnischen Hauptstadt Tallinn in die 2000-Seelen-Gemeinde Zell im Fichtelgebirge? Undenkbar? Weit gefehlt. Kurz nach Mitternacht rollte der vom Halbspanier gelenkte Kleinbus den Berg hinab. Ein Hauch vom Grand Prix d'Eurovision de la Chanson im Reich der schlagergenötigten Gäste.

 
 

Foto: Frankenpost vom 11. Juli 2002

 
 

Das Empfangskomitee ließ nicht lange bitten, allen voran mein 2013 leider verstorbener Bürgermeister Albrecht Dietel, das damals alteingesessene Gemeindeoberhaupt. Obgleich für ihn Ortega und dessen Musik Neuland waren, dauerte es nur wenige Minuten, ehe die beiden beste Freunde wurden, bei Sekt, Bratwürsten, belegten Brötchen und dem volkstümlichen Schunkelsong „Die Goaß ist weg“ der drei lustigen Moosacher, zu dem sich auch Sänger Ray Horton gesellte.

Wenig später zerteilte Stuntman Marko König mit rotierender Benzin-Motorkettensäge einen Holzpfosten auf meinem Oberkörper. Dieser Programmpunkt mitten in der Nacht ließ den Atem der Gäste stocken und rief die Polizei auf den Plan.

 
 

Foto: Privat

 
 

Die Karawane zieht weiter, dä Ösi hätt Dooscht! Bis kurz vor Sonnenaufgang trällerten meine ausländischen Gäste ihr Portfolio an heimatlichen Liedern.

Ein unvergesslicher Abend und Abschied von meiner Heimatgemeinde, da es mich Mitte Juli 2002 erstmals beruflich nach Berlin zog. 2003 wechselte ich als redaktioneller Mitarbeiter von Vera Int-Veen und Ulrich Hansbuer zur time 2 talk show GmbH nach Potsdam-Babelsberg.

Im gleichen Jahr wurde Ortega mit dem Amadeus Austrian Music Award als 'Newcomer des Jahres' ausgezeichnet. Wenig später gewann Manuel die zweite Staffel der ORF-Show Dancing Stars und lief, nur mit seiner neuen CD bekleidet, splitternackt im Schutz der Nacht über die Wiener Kärntner Straße. Ihm saß der Schalk im Nacken.

Du hast Fragen, Wünsche, Anregungen oder konstruktive Kritik? Dann schreib mir eine E-Mail.

 
 
 
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