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andré puchta
 
 
 

Red Carpet-Plätzchen in der Hölle

Da war sie wieder, die durchgeknallte Ex-Kollegin aus Kölner Tagen. Mit ihren mit kleinen Glöckchen behangenen Prada-Stiefeln schritt meine Head of Hate List allmorgendlich durch das angsterfüllte Büro. Der Beginn einer bezaubernden Feindschaft.

Es gibt Menschen, die mag man – und es gibt Gegenüber wie Lilly. Die tägliche Gefahrenzeit im Office begann mit der sich unaufhaltsam nähernden und lautstark kichernd-telefonierenden Nervtöterin. Der Jackpot für jeden Vollzeit-Psychologen.

 
 

Foto: Privat

 
 

Ich gestehe: Die Sympathiekurve bewegte sich noch vor dem ersten seichten Händedruck beiderseitig nach unten. Lilly wirkte auf mich wie eine Kombination aus durchgeknallter Hexe, böser Stiefmutter und giftigem Drachen. Mein Gefühl verriet mir, dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, ehe die Fassade der vermeintlichen Medienexpertin fällt.

Und siehe da, vier Wochen später waren wir bereits Feuer und Flamme füreinander – ich reservierte gedanklich ein Red Carpet-Plätzchen für Lilly in der Hölle und sie ließ keine Gelegenheit aus, wichtige Infos in Team-Meetings falsch an mich weiterzugeben, Dateien vom Server zu löschen oder ihre spitze Celebrity-Spindel zu drehen.

Da half es auch nichts, dass das aufgescheuchte Büro eher bemitleidenswert zur Wölfin im Gucci-Schafspelz aufsah. Sie, die intrigante Freundin des Abteilungsleiters, war an charakterlicher Stillosigkeit kaum zu überbieten. Ihr aufgesetztes Lächeln gefror beim Betreten der Agentur und versteckte sich auch nachts im Keller, während Lilly ihre Zicken-Schäfchen zählte, vergeblich null mit null multiplizierte und neue schrille Handy-Klingeltöne vor sich her summte. Ein rheinischer Gefühlskrater auf zwei Beinen.

Warum erzähle ich das? Ich habe mir geschworen, nie so zu enden wie Lilly und privat wie beruflich dem Gegenüber eine gewisse Wertschätzung entgegenzubringen. Leistung kannst du dir nicht erkaufen, du musst sie bringen und ebenso verhält es sich mit der Sympathie deiner Gegenüber. Heute, fünf Jahre später, bin ich von wunderbaren Kolleg*innen umgeben, habe einen 1a-Chef und einen tollen Arbeitgeber. Das ist wahre Office-Liebe.

Du hast Fragen, Wünsche, Anregungen oder konstruktive Kritik? Dann schreib mir eine E-Mail.

 
 
 
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