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andré puchta
 
 
 

Wahlkampf zwischen Frühschicht und Scheiterhaufen

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Petra Ernstberger reiste ich als einer von 450 auserwählten Probe-Parlamentariern zum Planspiel 'Jugend und Parlament' nach Berlin, schlüpfte in die Rolle eines fiktiven Abgeordneten und saß Vizepräsident Rudolf Seiters im Plenarsaal als überforderter Schriftführer zur Seite.

Ich gehörte dem Arbeitskreis 'Arbeitslosigkeit' an und hatte viel loszuwerden, war meinem Vater doch nach mehr als 30 Jahren als Spannrahmenführer in einer Weberei betrieblich bedingt gekündigt worden. Mit Anfang 50 kein leichtes Unterfangen. Mein Verständnis von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit teilte nicht jeder im Workshop.

 
 

Foto: Privat

 
 

Am letzten Abend ging es für uns Jugendliche zur Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund in der Berliner Behrenstraße. Wenige Wochen später begegnete ich der Politikerin und späteren Bundesministerin Renate Schmidt in der Textilstadt Helmbrechts. Sie ermutigte mich, politisch tätig zu werden.

Im Oktober 2000 übernahm ich schließlich für zwei Jahre den Vorsitz der Jugendorganisation der SPD im Landkreis Hof, lud zu Jugend-Diskussionen und wandte mich ziemlich verärgert an die Deutsche Bahn, um gegen die Reduzierung der Bahn Card-Nachlässe zu rebellieren.

 
 

Foto: Frankenpost vom 1. Oktober 2000

 
 

Am 3. März 2002 kandidierte ich bei den Bayerischen Kommunalwahlen im Alter von 18 Jahren für den Rat meiner Heimatgemeinde. Bei der vorausgegangenen Nominierungsversammlung im Dezember 2001 erkämpfte ich - der rotzfreche Erststarter - in geheimer Abstimmung einen einigermaßen guten zehnten Listenplatz - trotz großer Vorbehalte und der fehlenden Unterstützung mancher Mitstreiter*innen in den eigenen Reihen.

Wer nur an Altem festhält und Neues nicht zulässt, verschläft die Zeit. Mein eigens layouteter und gedruckter Flyer 'Zukunft gestalten' mit Wahlempfehlungen des Landrats, Bürgermeisters und Abgeordneten des Bayerischen Landtags landete zur Missgunst vieler persönlich eingeworfen in jedem Briefkasten.

 
 

Foto: Privat

 
 

Ich lief von Haus zu Hof, Hof zu Garten und Garten zu Garage, um meine Ansichten einer zukunftsgewandten Lokalpolitik zu erläutern. Bis auf zwei nachgeworfene Eier eines zugegebenermaßen erzkonservativen Landwirts und eine kratzwütige Katze blieb ich heil und ließ mich auch von entzürnten Anrufen eines örtlichen Mandatsträgers nicht aus der Ruhe bringen.

Während der Frühschicht als Zivi erreichte mich am Tag nach der Wahl in meiner Dienststelle der Anruf aus dem Rathaus mit der Bitte, doch nach Feierabend dort vorbei zu sehen. Ich blickte im Sitzungsaal in teils verärgerte oder enttäuschte, teils erfreute und überraschte Gesichter. Manch einer hätte mich liebend gerne am Ende der Stimmen-Skala gesehen - oder in Gedanken einem aufgeschichteten Scheiterhaufen nahe.

 
 

Foto: Frankenpost vom 4. März 2002

 
 

Doch es kam anders: Ich erzielte das fünftbeste Stimmenergebnis von insgesamt 84 Kandidat*innen (1.068 gültige Stimmen von 1.302 Wahlberechtigten) und rückte von Listenplatz zehn auf Rang vier vor. Ein echter Vertrauensbeweis der Bevölkerung.

Auch wenn es mich im Sommer 2002 erstmals beruflich nach Berlin zog, was einen Wechsel des Hauptwohnsitzes nach sich zog, blieb ich meiner Heimatgemeinde verbunden.

Bis Sommer 2008 organisierte ich ehrenamtlich die jährlich stattgefundene Charity-Veranstaltung 'Stars in der Region'. Hauptacts waren unter anderem Hubert Kah, Bata Ilic, Ray Horton, die Miro-Nemec-Band und Manuel Ortega.

Du hast Fragen, Wünsche, Anregungen oder konstruktive Kritik? Dann schreib mir eine E-Mail.

 
 
 
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